Explosiv entstanden, Millionen Jahre alt und bis heute ein wichtiger Rohstoff: Rhyolith ist das „Gestein des Jahres 2026“. Das vulkanische Gestein ist nicht nur für Geowissenschaftler spannend. Aufgrund seiner Härte und Widerstandsfähigkeit wird es auch als wertvoller heimischer Rohstoff genutzt, beispielsweise im Straßen- und Verkehrswegebau.
Seit 2007 wird jährlich ein „Gestein des Jahres“ gekürt. Ziel der Aktion ist es, Gesteine und ihre Entstehung einer breiteren Öffentlichkeit näherzubringen und zugleich zu zeigen, welche Bedeutung sie für unser tägliches Leben haben. MIRO begleitet die Aktion seit vielen Jahren als Mitglied des Kuratoriums und bringt dabei insbesondere die Perspektive der mineralischen Rohstoffwirtschaft ein.
Das vulkanische Gegenstück zum Granit
Rhyolith ist ein magmatisches Gestein aus der Gruppe der Vulkanite. Es entsteht, wenn silikatreiches Magma bis an die Erdoberfläche aufsteigt und dort vergleichsweise schnell abkühlt. In seiner chemischen Zusammensetzung ähnelt Rhyolith dem Granit. Während Granit jedoch langsam in der Tiefe der Erdkruste erstarrt, entsteht Rhyolith an oder nahe der Erdoberfläche. Er wird deshalb auch als vulkanisches Äquivalent des Granits bezeichnet.
Typisch ist eine meist feinkörnige Grundmasse, in der größere Kristalle, sogenannte Einsprenglinge, sichtbar sein können. Im Alltag und auch in der Natursteinindustrie sind solche Rhyolithe deshalb vielfach unter den traditionellen Bezeichnungen Porphyr oder Quarzporphyr bekannt.
Vorkommen gibt es in verschiedenen Regionen Deutschlands. Eindrucksvolle Beispiele finden sich unter anderem in Sachsen, Bayern, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. Im Sauerland bestehen etwa die weithin sichtbaren Bruchhauser Steine, heute Nationales Naturmonument, aus Quarzporphyr.
Vom Vulkan zum Baustoff
Das Gestein des Jahres 2026 zeigt einmal mehr, wie eng Erdgeschichte und moderner Alltag miteinander verbunden sind. Was vor Millionen von Jahren durch gewaltige geologische Prozesse entstand, bildet heute einen Rohstoff für Gebäude und Infrastruktur. Gesteine sind eben nicht nur Zeugnisse der Vergangenheit. Sie sind zugleich Grundlage unserer gebauten Gegenwart.
Genau diese Verbindung möchte die Aktion „Gestein des Jahres“ sichtbar machen. Das jeweilige Gestein soll einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und gleichzeitig das Verständnis für Geologie, Rohstoffvorkommen und deren Nutzung gestärkt werden.
MIRO unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit rund um das Gestein des Jahres und stellt Informationsmaterialien zur Verfügung. Eine besondere Tradition gehört ebenfalls dazu: Zu Ehren des jeweils ausgezeichneten Gesteins lässt MIRO symbolische Gesteinswürfel aus dem Originalrohstoff anfertigen. Die kleinen steinernen Botschafter werden im Rahmen der Aktion überreicht und machen das „Gestein des Jahres“ im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. Auch der Rhyolith reiht sich 2026 in diese Tradition ein.
Feierliche Taufe am Porphyrfächer
Seine offizielle Taufe erhielt der Rhyolith am 20. September 2026 am Nationalen Geotop Porphyrfächer in Mohorn-Grund im Tharandter Wald. Gemeinsam mit dem GEOPARK Sachsens Mitte wurde dort das Gestein des Jahres offiziell präsentiert.
Der Ort ist ein besonders anschauliches Beispiel dafür, welche Spuren vulkanische Prozesse hinterlassen können. Gleichzeitig steht die Taufe stellvertretend für zahlreiche Aktivitäten in ganz Deutschland, mit denen Geologische Dienste, Geoparks, Verbände und weitere Partner auf das Gestein des Jahres aufmerksam machen.
Denn ob im Aufschluss, im Steinbruch, als markanter Felsen in der Landschaft oder als Rohstoff in unserer Infrastruktur: Rhyolith erzählt gleich mehrere Geschichten. Von gewaltigen vulkanischen Ereignissen, von Millionen Jahren Erdgeschichte und davon, wie selbstverständlich mineralische Rohstoffe bis heute zu unserem Alltag gehören.
Weitere Informationen zum „Gestein des Jahres 2026“ sowie den Flyer und das Plakat finden Sie auf unserer Website.





