Kiesgruben und Steinbrüche – traditionell und doch modern.
Die deutsche Gesteinsindustrie verbindet langjährige Erfahrung mit moderner Technik und verantwortungsvollem Handeln. In Kiesgruben und Steinbrüchen werden die mineralischen Rohstoffe gewonnen und aufbereitet, die für Bauen, Infrastruktur und die Energieversorgung unverzichtbar sind. Gleichzeitig entwickeln sich die Betriebe stetig weiter – technisch, organisatorisch und fachlich.
Mit rund 22.500 direkt Beschäftigten ist die Gesteinsindustrie ein verlässlicher Arbeitgeber. Die Tätigkeiten sind vielfältig, technisch geprägt und reichen von der Gewinnung und Aufbereitung über Instandhaltung, Planung und Qualitätssicherung bis hin zu Umwelt- und Naturschutz. Gearbeitet wird meist in kleinen, kollegialen Teams in familienfreundlichen Betrieben.
Entsprechend breit sind auch die beruflichen Wege in der Branche. Die Gesteinsindustrie bietet zahlreiche Ausbildungsberufe sowie vielfältige Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung – vom Facharbeiter über Meister und Techniker bis hin zu ingenieurwissenschaftlichen Qualifikationen. Lebenslanges Lernen ist dabei ein fester Bestandteil: Fachwissen wird kontinuierlich vertieft, neue Anforderungen werden aufgegriffen und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten gezielt unterstützt.
Diese Seite gibt einen Überblick über die Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote in der Gesteinsindustrie und zeigt die unterschiedlichen Wege auf, wie sich Fachkräfte in einer traditionsreichen und zugleich modernen Branche beruflich entwickeln können.
Ausbildung in der Gesteinsindustrie

Aufbereitungsmechaniker/innen
Aufbereitungsmechaniker/innen in den Fachrichtungen Naturstein oder Sand und Kies steuern, überwachen und warten die Produktionsanlagen in Gesteinsbetrieben. Außerdem bedienen sie die modernen Baumaschinen und überprüfen regelmäßig die Qualität der hergestellten Produkte.
In der dreijährigen dualen Ausbildung wechseln sich Blockunterricht im Betrieb und in der Berufsschule ab. Ein Facharbeiterbrief der IHK markiert den erfolgreichen Abschluss.
Wer sich für diesen Berufsweg interessiert, sollte mindestens über einen Hauptschulabschluss verfügen, sich für technische und elektronische Aspekte begeistern sowie handwerkliches Geschick mitbringen.
Weitere Informatnen zum Berufsbild gibt es bei den staatlich anerkannten Berufsschulen:
Mittleres Management

Industriemeister
Fachkräfte, die Kurs auf die nächste Karrierestufe nehmen, können sich zum/zur Industriemeister/in Aufbereitungs- und Verfahrenstechnik IHK weiterbilden, und werden so zur entscheidenden Schnittstelle zwischen Belegschaft und Management. Mit ihrem erweiterten Wissen planen und überwachen sie Produktionsabläufe, entscheiden über den Einsatz von Technik und sorgen für die Einhaltung der Vorgaben. Im (zusätzlichen) Besitz eines Ausbildereignungsscheins übernehmen Industriemeister zudem eine wichtige Rolle bei der betrieblichen Personalentwicklung.
Staatlich geprüfter Techniker
Staatlich geprüfte Techniker/innen der Fachrichtung Bergbautechnik übernehmen Fach- und Führungsaufgaben im mittleren Management bergbaulicher Betriebe, also auch in der Gesteinsindustrie. Sie verantworten unternehmerische Aufgaben, leiten Mitarbeiter an, und behalten den Gesundheits-, Arbeits-, Brand- und Umweltschutz im Blick.
Der Abschluss an einer Technikerfachschule ist einem Bachelor gleichwertig. Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens einjährige Praxiserfahrungen oder eine mehrjährige Berufstätigkeit auf gewerblich-technischem Gebiet.
Ingenieur
Erfahrene Fach- und Führungskräfte können innerhalb von zwei Semestern die Weiterbildung zum/zur Ingenieur/in in der „Oberklasse mit Betriebsführerlehrgang“ absolvieren. Damit eröffnen sich für die Absolventen neue Perspektiven und Aufstiegschancen. Mit der bestandenen Prüfung ist der Teilnehmer berechtigt, gemäß § 6 Abs. 1 c des Niedersächsischen Ingenieurgesetzes (NIngG) vom 25.09.2017 die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ zu führen.
Weitere Informationen unter:
Industriemeister:
Zu den Technikerfachschulen:
Hohe Führungsposition

Studium
Möglichkeiten zum Lenken, Leiten und Gestalten eines Betriebes oder Unternehmens, ergeben sich für Absolventen mit einem Studienabschluss. Die Berufsaussichten für Rohstoffingenieure sind weltweit sehr gut. Auch in Deutschland werden sie in der Planung, Evaluierung und Durchführung von Prozessen der Rohstoffgewinnung und -aufbereitung oder auch bei Technikherstellern gebraucht. Weitere Einsatzfelder liegen in der Umwelt- und Recyclingbranche sowie in der Beratung, Administration, Verwaltung und Politik.
Die RWTH Aachen und die Universitäten in Clausthal und in Freiberg bilden solche Spezialisten aus. Die THGA Bochum bietet als einzige ein Bachelorstudium zum Rohstoffingenieur speziell für die Steine- und Erdenindustrie an.
Zu den Hochschulen und Universitäten:
