Photovoltaik als Nachnutzung im Trockenabbau der Kieswerk Engelbrechtsmünster GmbH

Photovoltaik als Nachnutzung im Trockenabbau der Kieswerk Engelbrechtsmünster GmbH
best practice

Das hier betrachtete Gelände zur Gewinnung von Kiesen und Sanden befindet sich im Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm Oberbayern im Gemeindebereich der Stadt Geisenfeld und wird von der Kieswerk Engelbrechtsmünster GmbH im Trockenabbau betrieben. Nach dem Abbau wurde ein Teil des Abbaubereiches bereits partiell mit Z O bis Z 1.2 – Material wiederverfüllt. Somit waren die Voraussetzungen für eine land- und forstwirtschaftliche bzw. ökologische Nachfolgenutzung mit nachhaltiger Wirkung geschaffen.

Bedingt durch die Forderung nach regenerativen Energiegewinnungsmodellen wurden die ehemaligen Abbauflächen zu einer der ersten Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen in Bayern – in Symbiose mit der Rohstoffgewinnung – umgewidmet und realisiert. Die Nachhaltigkeit wurde auf mehr als 20 Jahre prognostiziert.

Als grundsätzliche Voraussetzungen bestätigten vorgeschaltete Machbarkeitsstudien die äußerst günstigen Voraussetzungen zur Positionierung der Anlage in der Region:

  • Lage abseits von Siedlungen
  • keine zusätzlichen Eingriffe durch Photovoltaik in Natur und Landschaft
  • keine wesentliche Störung des Landschaftsbildes durch Einsenkung im ehemaligen Abbaugebiet
  • keine wesentliche Beeinträchtigung von Schutzgütern

So wurde im konkreten Fall eine Ausgleichs- und Rekultivierungsplanung mit nachgeordneter Realisierung erstellt. Dabei wurden rd. 8,7 ha Ausgleichsflächen im und außerhalb des Eingriffsbereiches ausgewiesen und umgewidmet. Detaillierte Ausgleichsmaßnahmen und die Durchführung von ökologisch und landschaftspflegerischen Maßnahmen sind in der Planung explizit ausgewiesen.

Besonders interessant ist hier die Entwicklung des Untergrundes der Solaranlage. Der Boden einer nicht vollständig wiederverfüllten Kiesgrube birgt viel Potenzial, das sich über 20 Jahre nahezu ungestört im Schatten-Licht-Spiel entwickeln kann. Möglicherweise eine gute Kombination, erneuerbare Energien zu fördern, das Landschaftsbild nicht zu stören und gleichzeitig wertvolle Lebensräume zu entwickeln, zu erhalten und zu vernetzen.

So erfolgt im Projekt durch hochwertige Ausgleichsmaßnahmen eine ökologische Optimierung von Flora und Fauna. Zugleich wird nach Einstellung der Rohstoffgewinnung ein regionaler Beitrag zur Gewinnung von regenerativen Energien geleistet. Damit ist durch die nachhaltige funktionale Nutzung des Geländes eine ökologisch orientierte Umwandlung von monotoner ehemaliger landwirtschaftlicher Bewirtschaftung gelungen.

Preisträger im Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2022 mit diesem Projekt:

Lothar Köppel
Landschaftsarchitekt
Katharinenplatz 7
84453 Mühldorf a. Inn
www.la-koeppel.de