Ein Schiff, eine Botschaft: Gesteinsindustrie setzt Zeichen vor dem Reichstag

KI-Audio-Zusammenfassung

Es ist kurz vor 11 Uhr, die Sonne brennt bereits auf das Berliner Regierungsviertel und ein richtig heißer Tag kündigt sich an. Langsam zieht das rund 80 Meter lange Rohstoff-Frachtschiff „Weststrand“ über die Spree. An der Bordwand prangen großformatige Banner mit Botschaften wie „Was nützt das Sondervermögen ohne Gesteinsrohstoffe?“ oder „Kies, Sand, Schotter und Splitt stecken im Genehmigungsstau.“

Mit dieser außergewöhnlichen Aktion machte der Bundesverband Mineralische Rohstoffe e.V. (MIRO) gemeinsam mit seinen Landesverbänden, Mitgliedsunternehmen und Partnern unmittelbar vor dem Reichstagsgebäude auf einen Widerspruch aufmerksam: Deutschland will mehr Wohnungen bauen, Brücken sanieren, Schienen modernisieren und die Energiewende voranbringen. Doch die heimischen Rohstoffe, ohne die all das nicht möglich ist, geraten selbst zunehmend in den Genehmigungsstau.

Der Zeitpunkt der Demo-Aktion war bewusst gewählt. Nur einen Tag später standen mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz sowie der Baugesetzbuch-Novelle einschließlich Änderungen des Raumordnungsrechts zwei zentrale Gesetzesvorhaben auf der Tagesordnung des Deutschen Bundestages.

MIRO begrüßt ausdrücklich das Ziel der Bundesregierung, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Gleichzeitig weist der Verband darauf hin, dass Straßen, Brücken, Schienenwege, Stromtrassen oder Wohngebäude nur gebaut werden können, wenn ausreichend heimische Rohstoffe verfügbar sind. Deshalb fordert MIRO unter anderem schnellere Genehmigungsverfahren und die Anerkennung der vorsorgenden Sicherung von Lagerstätten sowie der Rohstoffgewinnung als „überragendes öffentliches Interesse“.

Bei der Kundgebung am Spreeufer gegenüber dem Reichstagsgebäude brachte MIRO-Präsident Christian Strunk die Forderungen der Branche auf den Punkt: „Wer mehr bauen will, muss auch die Kies- und Gesteinslagerstätten im Raumordnungsgesetz sichern. Wer Infrastrukturbau und -sanierung beschleunigen will, muss auch die Genehmigungsverfahren für Kiesgruben und Steinbrüche beschleunigen.“

Zum Abschluss seiner Rede fand Strunk ein Bild, das die gesamte Aktion treffend zusammenfasste: „Dieses Schiff ist heute ein schwimmender Hinweis auf eine einfache Wahrheit: Wer bauen will, braucht Rohstoffe.“

Viele Plakate mit Botschaften wie „Versorgungssicherheit beginnt im eigenen Land“, „Ohne Steine keine Brücke“ oder „Rohstoffsicherung ist Daseinsvorsorge“ unterstrichen die zentrale Botschaft der Demonstration.

MIRO bedankt sich herzlich bei allen Mitgliedsunternehmen, Landesverbänden, Partnerverbänden und Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland, die diese Aktion unterstützt und möglich gemacht haben. Gemeinsam ist es gelungen, die Bedeutung heimischer mineralischer Rohstoffe mit einer eindrucksvollen Aktion sichtbar in das politische Zentrum Deutschlands zu tragen.

Videos zur Demonstrationsaktion