Mit einer außergewöhnlichen Aktion macht die deutsche Gesteinsindustrie am 24. Juni 2026 im Berliner Regierungsviertel auf die Bedeutung heimischer mineralischer Rohstoffe aufmerksam.
Ein mit Gesteinskörnungen beladenes, rund 80 Meter langes Motorschiff wird unmittelbar vor dem Reichstag auf der Spree positioniert und den Schiffsverkehr zeitweise blockieren. Begleitet wird die Aktion von einem Demonstrationszug und einer Kundgebung am Spreeufer.
Mehr bauen geht nur mit gesicherten Rohstoffen
Sand, Kies, Naturstein und Quarz bilden die Grundlage nahezu aller Bau- und Infrastrukturprojekte – von Wohnungen, Straßen und Brücken über Schienenwege und Stromtrassen bis hin zu Industrieanlagen.
Während Planungs- und Genehmigungsverfahren für Bauprojekte beschleunigt werden sollen, dauern die Verfahren für neue oder erweiterte Gewinnungsstätten häufig weiterhin viele Jahre. Gleichzeitig werden in den Regionalplänen nicht überall ausreichend Flächen für die langfristige Rohstoffgewinnung gesichert.
Dadurch drohen Engpässe genau dort, wo Deutschland schneller bauen, modernisieren und investieren möchte.
Die zentrale Botschaft der Aktion lautet deshalb:
Wer mehr bauen will, muss auch die Versorgung mit den dafür notwendigen Rohstoffen sichern.
MIRO fordert, die vorsorgende Sicherung von Lagerstätten sowie die Gewinnung und Aufbereitung heimischer mineralischer Rohstoffe deutlich stärker im Raumordnungsrecht zu verankern. Rohstoffsicherung ist eine Voraussetzung für Versorgungssicherheit, bezahlbares Bauen, industrielle Wertschöpfung und Klimaschutz – und gehört daher in das überragende öffentliche Interesse.
Aktion unmittelbar vor wichtigen Bundestagsberatungen
Der Zeitpunkt der Demonstration ist bewusst gewählt: Nur einen Tag später, am 25. Juni 2026, berät der Deutsche Bundestag unter anderem über das Infrastruktur-Zukunftsgesetz sowie die Novelle des Baugesetzbuches einschließlich Änderungen am Raumordnungsrecht.
MIRO begrüßt das Ziel, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die Infrastruktur Deutschlands zu modernisieren. Eine wirksame Beschleunigungspolitik muss jedoch auch die heimischen Rohstoffe berücksichtigen, aus denen Wohnungen, Verkehrswege und Energieanlagen überhaupt erst entstehen.
So läuft die Demonstration ab
Die Teilnehmenden treffen sich am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 10:30 Uhr am Karlplatz in Berlin-Mitte.
Um 10:45 Uhr startet der Demonstrationszug über die Reinhardtstraße in Richtung Spreeufer. Gegen 10:55 Uhr trifft der Zug auf Höhe des Regierungsviertels mit dem beladenen Motorschiff „Lene L“ zusammen.
Von 11:00 Uhr bis 11:20 Uhr findet unsere Aktion auf der Spree zwischen Reichstag, Paul-Löbe-Haus und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus statt. Anschließend folgt eine Kundgebung am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.
Mit dem Rohstoffschiff direkt vor dem Parlament macht die Branche sichtbar: Rohstoffe brauchen denselben politischen Stellenwert wie die Bauwerke und Infrastrukturen, die aus ihnen entstehen.
