Biodiversität

Ehrung der Sieger des Sonderpreises zur Biodiversität. Mehr zu diesem Sonderpreis erfahren Sie hier.
1. Platz: Ralf Hausmann "Kreuzkröte" 2. Platz: Hans D. Nüdling "Biotope im Steinbruch" 3. Platz: Ralf Hausmann "Uferschwalbe"
1. Platz: Ralf Hausmann
Kreuzkröte
2. Platz: Hans D. Nüdling
Biotope im Steinbruch
3. Platz: Ralf Hausmann
Uferschwalbe

Plätze 1 und 3: Ralf Hausmann
Die Siegerin heißt Kreuzkröte und die Uferschwalben landen auf Rang 3

Die für den Wettbewerb mögliche Höchstzahl von vier Fotos pro Aussendung hat Ralf Hausmann genutzt, um Uferschwalbe, Flussregenpfeifer, Bienenfresser und Kreuzkröte einen großen Auftritt zu bieten. Siegerin nach Punkten wurde schließlich die Kreuzkröte, dicht gefolgt von den Uferschwalben, die auf dem dritten Platz landeten. Siegerpotenzial hätte in jedem Fall auch der Bienenfresser gehabt. Doch dieser im wahrsten Sinne des Wortes „bunte Vogel“ wirkt möglicherweise für hiesige Breiten so exotisch, dass man kaum glaubt, er könnte hierhergehören. Das allerdings tut er seit kurzem und sein erster Anlaufpunkt sind überwiegend Gewinnungsstätten von Lockergesteinen.
Nun aber zurück zu den Siegern und ihrem Förderer Ralf Hausmann. Der 65-jährige Dipl.-Agraringenieur ist seit fast 50 Jahren ehrenamtlicher Naturschützer und er schätzt es sehr, dass aufgelassene Abbaustätten in der heutigen ausgeräumten Agrarlandschaft zu wichtigen Trittsteinen der Biodiversität geworden sind. Vom MIRO-Fotowettbewerb erfuhr der Sieger des „Sonderpreises Biodiversität“ während einer fotografischen Erhebung der Herpeto-und Avifauna in der Kiesgrube Wallendorf, Gemarkung Schladebach, für den Lagerstättenbetreiber Mitteldeutsche Baustoffe GmbH.
Dass nun die Kreuzkröte auf das obere Siegertreppchen gesprungen ist und seine Uferschwalbe außerdem auf Platz 3 landete, freut den Fotografen sehr. Er erklärt auch warum: „Erstens gehören beide Vertreter zu den hoch gefährdeten Wirbeltierarten und können als Leitarten für Lebensräume mit hoher Biodiversität gelten. Wo diese Arten vorkommen, finden wir gewöhnlich auch dutzende andere. Zweitens sind sie eher unscheinbar – wer bemerkt schon eine Kreuzkröte – und daher fotografisch besonders anspruchsvoll.“

Kontakt Ralf Hausmann: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Platz 2: Hans Dieter Nüdling
Biotope im Steinbruch
Hans Dieter Nüdling (84) war über 37 Jahre hinweg selbst Akteur im Steinbruchgeschäft. Kein Wunder, dass er sich der Gesteinsindustrie und „seinen“ Steinbrüchen noch heute verbunden fühlt. Das hat nicht nur damit zu tun, dass das Familienunternehmen von der nächsten Generation erfolgreich weitergeführt wird. Blickt Hans Dieter Nüdling ein gutes Stück zurück und dann wieder ein Stück voraus, freut er sich über einen interessanten Wandel. Früher (noch vor etwa zwei Jahrzehnten) galt die spontane Biotopentwicklung in bestehenden Abbaubereichen als eine vehemente Gefahr für das Geschäft. Bekam das der Naturschutz mit, brachte das früher große Probleme für den Betrieb. Musste der Betrieb aber aus Schutzgründen in bestimmten Bereichen ruhen, ging es seltsamerweise oft auch mit der Biotopentwicklung nicht mehr voran. Es fehlte die Steilwand, die Senke oder der Rohboden, den die Natur für die spezielle Biotopweiterentwicklung suchte und die erst durch den Gewinnungsfortschritt immer wieder neu entstand. Heute ist man gemeinsam schlauer. Ökologie und Ökonomie gehen durch ein in den meisten Fällen gutes Neben- und Miteinander von Spontanbesiedelung und Rohstoffgewinnung neue und von gegenseitigem Respekt getragene Verbindungen ein, die sich im doppelten Sinne als sehr fruchtbar erweisen.
Das Foto entstand im Phonolithsteinbruch Rupsroth. Bei einem Spaziergang durch den Bruch entdeckte Hans Dieter Nüdling dieses Biotop, das sich aus sich selbst heraus entwickelt hatte. Die rasche Regeneration von Gewinnungsflächen, oft bereits bei laufendem Betrieb, habe immer aufs Neue etwas hochgradig Faszinierendes, begründet der Hobbyfotograf seinen „Klick“, mit dem er auf Platz 2 der Sonderpreisvergabe landete. Nun hofft der Preisträger auch weiterhin fit genug zu bleiben, um in 2012 dieses und weitere Biotope in den Steinbrüchen des Unternehmens besuchen und intensiv beobachten zu können.

Kontakt zu Hans Dieter Nüdling? Unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. erfahren Sie die Telefonnummer.

 

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